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Der HBCI4Java-InfoPoint-Server ist ein Versuch, HBCI-Konfigurationsdaten
der verschiedenen Banken zentral zu sammeln und über ein öffentliches
Interface zur Verfügung zu stellen.
Problem: Um in einer HBCI-fähigen Software einen HBCI-Account einzurichten,
werden eine Menge technischer Daten benötigt (Hostname/URL, zu verwendende
HBCI-Version, ...). In einigen Software-Produkten muss man diese Daten
alle manuell eingeben, andere Produkte enthalten eine integrierte Daten-
bank, die den Anwender bei der Wahl der richtigen Einstellungen unterstützt.
Diese integrierte Datenbank wird i.d.R. vom Softwarehersteller gepflegt
und muss regelmäßig aktualisiert werden.
In den entsprechenden Foren findet man oft diesbezügliche Fragen ("Welche
Einstellungen muss ich für meinen Zugang zur Bank X verwenden?") und die
dazugehörigen Antworten. In der Regel kommen diese Antworten von Nutzern,
die den Zugang zu dieser Bank bereits erfolgreich eingerichtet haben.
An genau dieser Stelle setzt die Idee des InfoPoint-Servers an. Der
HBCI4Java-InfoPoint-Server ist eine zentrale Datenbank, in der die
richtigen Konfigurations-Einstellungen für die HBCI-Server aller Banken
gespeichert werden sollen.
Da niemand diese Daten manuell pflegen will, und weil Nutzer, die einen
Zugang erfolgreich eingerichtet haben, in der Regel zu faul sind, ihr
Wissen dann auch in eine zentrale Datenbank einzutragen, soll diese
Datenbank automatisch mit Wissen gefüllt werden. Ziel ist es, dass
möglichst viele HBCI-fähige Softwareprodukte diese Datenbank mit einer
Erfolgsmeldung füttern, sobald sie einen HBCI-Verbindungsaufbau
erfolgreich absolviert haben. In dieser Erfolgsmeldung sind diverse
technische Daten enthalten, die die verwendeten Konfigurations-
einstellungen beschreiben.
Auf diese Art und Weise lernt die Datenbank nach und nach funktionierende
Konfigurationseinstellungen für die verschiedenen HBCI-Server.
Um dieses Wissen auch nutzen zu können, sind zwei Abfrage-Möglichkeiten
geplant: zum einen soll es ein einfaches Web-Interface geben, wo man
"manuell" anhand der BLZ abfragen kann, welche Konfiguration für die
jeweilige Bank zu verwenden ist.
Außerdem soll es ein einfaches HTTP-basiertes API geben, welches
es auch Softwareprodukten ermöglichen soll, diese Datenbank abzufragen.
Damit könnten z.B. auch Produkte wie Hibiscus, die keine eingebaute
Datenbank mit allen Banken und deren Konfigurationen haben, dem Nutzer
bei der Einrichtung von HBCI-Zugängen Hilfestellung bieten.
Neben den reinen Konfigurationsdaten für den HBCI-Zugang werden in der
Datenbank auch Informationen darüber gespeichert, welche Geschäftsvorfälle
ein HBCI-Server unterstützt, welche PIN/TAN-Verfahren angeboten werden
usw. Damit besteht zum einen die (theoretische, nicht sehr sinnvolle)
Möglichkeit, über das Web-Interface nach Banken zu *suchen*, die z.B.
den Geschäftsvorfall "Auslandsüberweisung" via HBCI anbieten (natürlich
bräuchte man dann dort auch einen Zugang, um diesen GV nutzen zu können).
Außerdem besteht damit die Möglichkeit, dass eine HBCI-fähige Anwendung
nicht erst einen HBCI-Zugang konfigurieren und den HBCI-Server der Bank
befragen muss, um herauszufinden, welche Geschäftsvorfälle von der
jeweiligen Bank überhaupt unterstützt werden. Das wäre z.B. für mobile
Anwendungen, Applets o.ä. hilfreich, die solche Daten nicht selbst in
einem Cache vorhalten wollen und trotzdem ohne HBCI-Kommunikation auf diese
Informationen zugreifen wollen.
Ein weiterer Vorteil dieses Systems ist, dass Änderungen relativ schnell
zentral bekannt werden. Wenn z.B. eine Bank die URL für den Zugriff auf
das HBCI-PIN/TAN-Interface ändert, wird der Server ab diesem Zeitpunkt
keine Erfolgsmeldungen mit der alten URL mehr empfangen. Durch entsprechende
statistische Auswertungen der empfangenen Erfolgsmeldungen kann der Server
bei entsprechenden Abfragen sehr schnell mit der neuen, funktionierenden
URL antworten. Softwareprodukte, die die automatisierte Abfrage des
InfoPoints-Servers unterstützen, könnten so sehr schnell und fast voll-
automatisch die entsprechenden HBCI-Konfigurationseinstellungen für einen
Nutzer ändern - im Extremfall sogar völlig transparent für den Nutzer.
Konkrete technische Details der aktuellen Umsetzung:
Im Moment läuft auf dem Server hbci4java.kapott.org eine erste Version des
InfoPoint-Servers. Dieser Server kann im Moment nur Daten SAMMELN,
jedoch noch keine Anfragen beantworten.
Zur Zeit unterstützt nur HBCI4Java-basierte Software das InfoPoint-
Protokoll. Konkret heißt das, dass der HBCI4Java-Kernel Informationen
über erfolgreiche HBCI-Verbindungen an diesen Server melden kann.
Um dieses Feature zu aktivieren, muss der HBCI-Kernel-Parameter
"infoPoint.enabled=1" gesetzt werden. Standardmäßig ist dieser
Parameter deaktiviert, so dass die Software nicht per default
"nach Hause telefoniert".
Wenn dieses Feature aktiv ist, passiert folgendes: sobald der HBCI4Java-
Kernel nach einer Dialog-Initialisierung neue Bank-Parameter-Daten (BPD)
empfängt, geht die Kernel-Logik von einem "erfolgreichen Verbindungsaufbau"
aus.
Es wird ein XML-Dokument mit nachfolgender Struktur erzeugt und via
HTTP-POST an die URL http://hbci4java.kapott.org/infoPoint gesendet:
<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?>
<bpdReceived>
<passport>
<param name="filter" value="Base64"/>
<param name="type" value="PinTan"/>
<param name="host" value="www.hora-obscura.de/pintan/PinTanServlet"/>
<param name="hbciVersion" value="220"/>
<param name="blz" value="80007777"/>
<param name="country" value="DE"/>
</passport>
<sent>
<param name="productVersion" value="2.5"/>
<param name="productName" value="HBCI4Java"/>
<param name="language" value="0"/>
</sent>
<bpd encoding="base64">
SElCUEE6NDoyOjMrMjErMjgwOjgwMDA3Nzc3K1N0ZWZhbiBQYWxtZSBUZXN0aW5zdGl0dXQgKEhCQ0k0SmF2YSkrNSsxOjIrMjAxOjIxMDoyMjA6MzAwKzgnSElLT006NToyOjMrMjgwOjgwMDA3Nzc3KzErMjpoYmNpLmhvcmEtb2JzY3VyYS5kZSszOmh0dHBzPzovL3d3dy5ob3JhLW9ic2N1cmEuZGUvcGludGFuL1BpblRhblNlcnZsZXQ6Ok1JTToxJ0hJU0hWOjY6MjozK04rUkRIOjEnSElLUFY6NzoxOjMrMDowJ0hJS0RNUzo4OjM6MysxKzErODE5MidISUtETVM6OTo0OjMrMSsxKzgxOTInSElLQU5TOjEwOjQ6MysxKzErMzY1Ok4nSElLQU5TOjExOjU6MysxKzErMzY1Ok46SidISUtBWlM6MTI6NDozKzErMSszNjU6TidISUtBWlM6MTM6NTozKzErMSszNjU6TjpKJ0hJTEFTUzoxNDozOjMrMSsxKzI6MDUnSElMQVNTOjE1OjQ6MysxKzErMjowNSdISVNBTFM6MTY6NDozKzErMSdISVNBTFM6MTc6NTozKzErMSdISVNMQVM6MTg6MzozKzErMSsxNjo4OjUxOjY5OjY3J0hJU0xBUzoxOTo0OjMrMSsxKzE2Ojg6NTE6Njk6NjcnSElTVUJTOjIwOjM6MysxKzErMTY6ODo1MTo2OTo2NydISVNVQlM6MjE6NDozKzErMSsxNjo4OjUxOjY5OjY3J0hJUFJPUzoyMjoyOjMrMSsxJ0hJUFJPUzoyMzozOjMrMSsxJ0hJVFVFUzoyNDozOjMrMSsxKzE6MzY1OjI6NTE6Njk6NjcnSElUVUVTOjI1OjQ6MysxKzErMSsxOjM2NToyOjUxOjY5OjY3J0hJVUVCUzoyNjozOjMrMSsxKzI6NTE6Njk6NjcnSElVRUJTOjI3OjQ6MysxKzErMjo1MTo2OTo2NydISVVNQlM6Mjg6MTozKzErMSsyOjUxOjY5OjY3J0hJVEFOUzoyOToxOjMrMSswKzErSjpOOjE6MDo5OTE6MTppVEFOMTppVEFOLVZlcmZhaHJlbiAoUFYgMSk6ODoxOkluZGV4IGluIFRBTi1MaXN0ZToyNTU6MTpOOk46OTkyOjI6aVRBTjI6aVRBTi1WZXJmYWhyZW4gKFBWIDIpOjg6MTpJbmRleCBpbiBUQU4tTGlzdGU6MjU1OjE6TjpOJ0RJUElOUzozMDoxOjMrMSsxK0hLVUVCOko6SEtLRE06TjpIS1NVQjpKOkhLTEFTOko6SEtVTUI6SjpIS1NBTDpOOkhLVFVFOko6SEtTTEE6SjpIS1BSTzpOOkhLS0FaOk46SEtLQU46Tic=
</bpd>
</bpdReceived>
In den Unter-Elementen von <passport> werden die verwendeten HBCI-
Konfigurations-Einstellungen übermittelt: welche Bank (country,blz) mit
welcher HBCI-Version (hbciVersion), welcher Passport-Typ (RDH, DDV oder
PinTan), welcher Host oder welche PIN/TAN-URL benutzt wurde (host)
und welcher Filter aktiv war (filter).
In den Elementen unterhalb von <sent> werden einige Informationen
aus der ursprünglich gesendeten Dialog-Initialisierungs-Nachricht
reflektiert: welches Software-Produkt verwendet wurde und welche HBCI-
Sprache eingestellt war.
Das Element <bpd> schließlich enthält die Base64-kodierten BPD, die
in der Antwortnachricht auf die Dialog-Initialisierung zurückgemeldet
wurden.
WICHTIG: Die BPD enthalten KEINE vertraulichen Informationen, dort
stehen nur allgemeine Angaben zum HBCI-Server der Bank drin (welche
HBCI-Versionen unterstützt werden, welche Geschäftsvorfälle angeboten
werden usw.). Die BPD kann man ohnehin von jeder beliebigen Bank in
einem anonymen Dialog abfragen (z.B. mit dem HBCI4Java Passport Editor).
Die oben dargestellten BPD sehen im Klartext z.B. so aus:
HIBPA:4:2:3+21+280:80007777+Stefan Palme Testinstitut (HBCI4Java)+5+1:2+201:210:220:300+8'HIKOM:5:2:3+280:80007777+1+2:hbci.hora-obscura.de+3:https?://www.hora-obscura.de/pintan/PinTanServlet::MIM:1'HISHV:6:2:3+N+RDH:1'HIKPV:7:1:3+0:0'HIKDMS:8:3:3+1+1+8192'HIKDMS:9:4:3+1+1+8192'HIKANS:10:4:3+1+1+365:N'HIKANS:11:5:3+1+1+365:N:J'HIKAZS:12:4:3+1+1+365:N'HIKAZS:13:5:3+1+1+365:N:J'HILASS:14:3:3+1+1+2:05'HILASS:15:4:3+1+1+2:05'HISALS:16:4:3+1+1'HISALS:17:5:3+1+1'HISLAS:18:3:3+1+1+16:8:51:69:67'HISLAS:19:4:3+1+1+16:8:51:69:67'HISUBS:20:3:3+1+1+16:8:51:69:67'HISUBS:21:4:3+1+1+16:8:51:69:67'HIPROS:22:2:3+1+1'HIPROS:23:3:3+1+1'HITUES:24:3:3+1+1+1:365:2:51:69:67'HITUES:25:4:3+1+1+1+1:365:2:51:69:67'HIUEBS:26:3:3+1+1+2:51:69:67'HIUEBS:27:4:3+1+1+2:51:69:67'HIUMBS:28:1:3+1+1+2:51:69:67'HITANS:29:1:3+1+0+1+J:N:1:0:991:1:iTAN1:iTAN-Verfahren (PV 1):8:1:Index in TAN-Liste:255:1:N:N:992:2:iTAN2:iTAN-Verfahren (PV 2):8:1:Index in TAN-Liste:255:1:N:N'DIPINS:30:1:3+1+1+HKUEB:J:HKKDM:N:HKSUB:J:HKLAS:J:HKUMB:J:HKSAL:N:HKTUE:J:HKSLA:J:HKPRO:N:HKKAZ:N:HKKAN:N'
Im Moment speichert der InfoPoint-Server die so empfangen Daten nur in einer
Datenbank ab. Eine zusätzliche Softwarekomponente (die sich noch im
Entwicklungsstadium befindet) wird diese Daten später aufbereiten, so dass
auch sinnvolle Abfragen möglich werden.
Die Idee des InfoPoint-Servers lebt davon, dass anfangs möglichst viele Daten
gesammelt werden. Dazu ist es notwendig, dass...
1) ...Nutzer von HBCI4Java-basierter Software dieses Feature aktivieren.
Bei selbstprogrammierten Anwendungen wird das erreicht durch
HBCIUtils.setParam("infoPoint.enabled", "1").
2) ...Entwickler anderer HBCI-Bibliotheken bzw. -Frameworks dieses InfoPoint-
Protokoll ebenfalls in ihre Software einbauen. Sehr wahrscheinlich wird
sich das Format für das oben beschriebene XML-Dokument noch ein
wenig ändern, und der Server wird später auch GET-Requests für die
Abfrage von Informationen unterstützen.
Dennoch wäre eine Integration des jetzigen Mini-Protokolles schon
sehr hilfreich, denn auf diese Art und Weise kommen insgesamt mehr
Informationen auf dem InfoPoint-Server an, die zu einem späteren Zeitpunkt
abgefragt werden können.
-stefan-
hbci4java@kapott.org
http://hbci4java.kapott.org
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