File: LIESMICH

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inetsim 1.3.1+dfsg.1-1
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    This is free software; you can redistribute it and/or modify it
    under the terms of the GNU General Public License as published by
    the Free Software Foundation; either version 2 of the License , or
    (at your option) any later version.

    This software is distributed in the hope that it will be useful,
    but WITHOUT ANY WARRANTY; without even the implied warranty of
    MERCHANTABILITY or FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE.  See the
    GNU General Public License for more details.

    You should have received a copy of the GNU General Public License
    along with this software. If not, write to the Free Software
    Foundation, 675 Mass Ave, Cambridge, MA 02139, USA.
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1. BESCHREIBUNG
---------------

INetSim ist ein Programm zur Simulation von Internet-Diensten in einer
Laborumgebung, z.B. zur Analyse des Netzwerkverhaltens unbekannter
Schadprogramme.


1.1 Implementierte Dienst-Module

Derzeit sind Module zur Simulation folgender Dienste im INetSim-Paket
enthalten:

- HTTP/HTTPS
  - "Real-Modus": Liefert existierende Dateien aus einem Webroot-Verzeichnis.
  - "Fake-Modus": Liefert konfigurierte Fake-Dateien basierend auf der
                  Dateiendung in der HTTP-Anfrage (z.B. .html oder .exe)
                  oder statischen Pfaden,
                  Anfragen an checkip.dyndns.org werden mit der IP-Adresse des
                  Clients beantwortet
  - unterstuetzt die Methoden GET, HEAD, POST und OPTIONS mit HTTP/1.0 und HTTP/1.1
- SMTP/SMTPS
  - empfangene E-Mails werden im mbox-Format gespeichert
  - unterstuetzt ESMTP und die flexible Konfiguration von "Service Extensions"
  - unterstuetzt die Authentifizierungsmethoden PLAIN, LOGIN, ANONYMOUS, CRAM-MD5 und CRAM-SHA1,
    beliebige Authentifizierungsdaten werden akzeptiert und im Klartext protokolliert
- POP3/POP3S
  - dynamische Erzeugung zufaelliger Postfachinhalte aus mbox-Dateien
  - unterstuetzt die Authentifizierungsmethoden PLAIN, LOGIN und CRAM-MD5,
    beliebige Authentifizierungsdaten werden akzeptiert und im Klartext protokolliert
- DNS
  - Vorwaerts- und Rueckwaertsaufloesung mit Standardeinstellungen und
    konfigurierbaren statischen Zuordnungen
- FTP/FTPS
  - Download und Upload
  - erzeugt ein virtuelles Dateisystem basierend auf einem existierenden
    ftproot-Verzeichnis und ermoeglicht damit das Erstellen und Loeschen
    beliebiger Dateien
- TFTP
  - Download und Upload
- IRC
  - Basiskommandos
- NTP
- Ident
- Finger
- Syslog
- "Small servers":
  - Daytime,
  - Time,
  - Echo,
  - Chargen,
  - Discard und
  - Quotd
- Dummy

Die Portnummer, auf der ein Dienst lauscht, kann fuer jeden Dienst
unabhaengig konfiguriert werden.


1.2 Faketime

INetSim kann in einem "Faketime"-Modus gestartet werden, um das
Laufzeitverhalten von Schadprogrammen zu analysieren, die NTP oder
Time/Daytime verwenden, um bestimmte Aktionen in Abhaengigkeit des
aktuellen Datums und der Uhrzeit zu starten.

Im "Faketime"-Modus antworten alle Dienste, die Informationen zum Datum
und zur Uhrzeit liefern (z.B. NTP oder HTTP) mit einem gefaelschten
Zeitstempel, welcher auf einem konfigurierbaren Delta zur aktuellen
Systemzeit basiert. Optional kann dieses Delta automatisch in
festgelegten Intervallen erhoeht bzw. verringert werden.


1.3 Umleitung von Verbindungen

Zusaetzlich zur Umleitung von Verbindungen mittels gefaelschter
DNS-Antworten ermoeglicht INetSim die IP-basierte Umleitung beliebiger
Verbindungen (tcp, udp und icmp). Diese Funktion ist nur verfuegbar,
wenn INetSim auf Linux-Plattformen mit Kernel-Unterstuetzung fuer "packet
queueing" (Kernel-Option CONFIG_NETFILTER_NETLINK_QUEUE) eingesetzt wird.

Diese Funktion unterstuetzt statische Regeln zur Umleitung von Verbindungen
basierend auf Ziel-IP-Adresse, Portnummer und/oder Protokoll. Damit kann
INetSim auch als NAT-Router zur Umleitung von Paketen an andere Systeme
agieren. Optional kann der TTL-Wert von IP-Paketen, welche von verschiedenen
"virtuellen" Verbindungszielen an die Clients gesendet werden, variiert
werden, um den Datenverkehr authentischer aussehen zu lassen.


1.4 Dummy-Dienst

Der Dummy-Dienst protokolliert lediglich alle Daten, die er von einem
Client empfaengt. Dieses Modul ist nuetzlich in Verbindung mit der
Umleitung von Verbindungen, um alle Daten mitzuschneiden, die von einem
Client an Ports gesendet werden, die nicht an ein anderes Dienst-Modul
gebunden sind.

Optional kann ein konfigurierbarer Bannertext gesendet werden, wenn
nach einer vorgegebenen Zeit seit dem Aufbau der Verbindung noch keine
Daten vom Client empfangen wurden. Dies koennte z.B. bei der Analyse
eines Schadprogramms nuetzlich sein, welches einen POP3- oder SMTP-Server
auf einem ungewoehnlichen Port erwartet.


1.5 Protokollierung und Berichte

Alle eingehenden Anfragen an die simulierten Dienste und die
dazugehoerigen ausgehenden Antworten werden detailliert protokolliert.
Nach Beenden einer INetSim-Sitzung wird optional ein zusaetzlicher Bericht
(Report) fuer diese Sitzung mit einer Zusammenfassung der Verbindungen
aus den Logdaten erzeugt.


2. VERFUEGBARKEIT
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Die jeweils aktuelle Version von INetSim ist erhaeltlich unter
<https://www.inetsim.org/>


3. VORRAUSSETZUNGEN
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- ein POSIX-kompatibles und System-V-IPC-faehiges Betriebssystem (z.B. Linux)
- Perl in Version 5.006 oder neuer
- Perl-Bibliothek Net::Server
  (available from http://search.cpan.org/~rhandom/Net-Server/)
- Perl-Bibliothek Net::DNS
  (erhaeltlich unter http://search.cpan.org/~olaf/Net-DNS/)
- Perl-Bibliothek IPC::Shareable
  (erhaeltlich unter http://search.cpan.org/~bsugars/IPC-Shareable/)
- Perl-Bibliothek Digest::SHA
  (erhaeltlich unter http://search.cpan.org/~mshelor/Digest-SHA/)
- Perl-Bibliothek IO::Socket::SSL
  (erhaeltlich unter http://search.cpan.org/~sullr/IO-Socket-SSL/)
- zusaetzlich, zur Benutzung von IP-basierten Verbindungsumleitungen
  (nur auf Linux-Plattformen mit Kernel-Unterstuetzung fuer "packet queueing"
  verfuegbar):
  Perl-Bibliothek nfqueue
  (erhaeltlich unter https://github.com/chifflier/nfqueue-bindings)

Die aktuelle Version von INetSim wurde unter Debian GNU/Linux 9 (stretch)
entwickelt und getestet. Es wurde berichtet, dass INetSim ebenfalls
problemlos unter verschiedenen Versionen von Ubuntu, Gentoo Linux,
FreeBSD und OpenBSD laeuft.

Wenn INetSim bei Dir erfolgreich auf einem anderen System laeuft oder
wenn Du Probleme hast, INetSim unter Systemen laufen zu lassen, die
die oben genannten Voraussetzungen erfuellen, gib uns bitte einen
Hinweis an <inetsim at inetsim dot org>.


4. INSTALLATION
---------------

Lade Dir die aktuelle Version von INetSim von folgender Adresse
herunter: <http://www.inetsim.org>.

Stelle sicher, dass Perl und alle oben aufgefuehrten zusaetzlich
benoetigten Module installiert sind.

INetSim startet alle Dienste mit den Privilegien des Benutzers,
welcher in der Konfigurationsdatei angegeben ist (standardmaessig
'inetsim'). Vergewissere Dich, dass dieser Benutzer auf Deinem
System existiert.

INetSim fuehrt alle Dienste mit Privilegien der Gruppe 'inetsim' aus,
daher muss eine Gruppe mit diesem Namen auf dem System eingerichtet
werden. Unter Linux kann diese Gruppe z.B. als root mit dem Befehl
'groupadd inetsim' eingerichtet werden.

Entpacke das heruntergeladene Archiv in ein Verzeichnis Deiner Wahl
(z.B. /opt/inetsim). Wechsele in das Hauptverzeichnis des entpackten
Archivs und fuehre das Skript 'setup.sh' als root aus. Dieses setzt
einige benoetigte Rechte fuer Dateien und Verzeichnisse von INetSim.


5. KONFIGURATION
----------------

Fuer die Dokumentation der Konfiguration von INetSim lies bitte die
Manual-Seite von 'inetsim.conf' im Unterverzeichnis 'man/de/man5'
und die Kommentare in der Beispiel-Konfigurationsdatei
'conf/inetsim.conf', welche im Paket enthalten ist.


6. BENUTZUNG
------------

Um INetSim zu starten, wechsele in das Hauptverzeichnis des
entpackten Archivs und fuehre das Startskript 'inetsim' als root
aus.

Fuer die Dokumentation der moeglichen Kommandozeilenoptionen des
Startskripts lies bitte die Manual-Seite 'inetsim' im Unterverzeichnis
'man/de/man1'.

INetSim benoetigt root-Rechte, um Sockets an Ports kleiner als 1024
zu binden. Nach dem Binden der Sockets werden die root-Rechte wie
unter Punkt 'Installation' beschrieben geaendert.
Derzeit kann das Startskript von INetSim nur mit root-Rechten
ausgefuehrt werden - auch wenn keine Ports kleiner als 1024 zur
Benutzung konfiguriert sind. Dies aendert sich moeglichweise in
zukuenftigen Versionen. 

!! WICHTIGER HINWEIS fuer Benutzer von OpenBSD/FreeBSD: !!

Der Standardwert fuer die maximale Anzahl von Semaphore-Identifikatoren
unter OpenBSD/FreeBSD ist 10. INetSim benoetigt jedoch einige Semaphore-
Identifikatoren mehr. Daher muss der entsprechende sysctl-Wert
(kern.seminfo.semmni unter OpenBSD, kern.ipc.semmni unter FreeBSD)
erhoeht werden. Ein Wert von 20 sollte ausreichend sein. Andernfalls
bricht INetSim beim Start mit einer Fehlermeldung wie dieser ab:
"Could not create semaphore set: No space left on device".


7. UEBER DIE AUTOREN
--------------------

INetSim wurde entwickelt von Matthias Eckert und Thomas Hungenberg.
Wir beide arbeiten im Bereich IT-Sicherheit und Teil unserer
taeglichen Arbeit ist die Analyse von unbekannten Schadprogrammen.


8. UEBER DAS PROJEKT
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Um in unserer Laborumgebung eine schnelle Laufzeitanalyse des
Netzwerkverhaltens von Schadprogrammen zu ermoeglichen, brauchten wir
ein Programm, das die Internet-Dienste simuliert, die haeufig von
Schadprogrammen genutzt werden. Anfangs nutzten wir eine kleine
Sammlung von selbst geschriebenen Perl-Skripten zusammen mit speziell
konfigurierten Implementierungen von Server-Diensten wie Apache,
Postfix, dnsmasq und ntpd, aber damit waren wir auf Dauer nicht
zufrieden, da es eine Menge Einschraenkungen bei der Kombination der
Programme gab (z.B. Probleme bei der Korrelation von Log-Daten).

In Gespraechen mit anderen Sicherheitsfachleuten merkten wir, dass auch
dort im Analyse-Bereich noch ein komfortables Programm zur Simulation
verschiedener Internet-Dienste mit diversen Log- sowie zentralisierten
Kontroll-Funktionen benoetigt wird. Also beschlossen wir, das Projekt
'INetSim' zu starten, um genau so etwas zu entwickeln.

Da uns im Buero keine ausreichende Zeit dafuer zur Verfuegung stand,
haben wir die Software in unserer Freizeit geschrieben. Wir beide
benutzten Perl zwar bereits seit einigen Jahren, allerdings nur fuer
kleine Skripte, zum Beispiel fuer die Auswertung von Logdaten. Das
Projekt INetSim war eine willkommene Herausforderung, mehr praktische
Erfahrung in der Perl-Programmierung zu bekommen und uns tiefgehend
mit den verschiedenen Dienst-Spezifikationen (RFCs) zu befassen.

Wir denken, dass INetSim vielen Leuten, die im Bereich IT-Sicherheit
oder Netzwerkanalyse arbeiten, nuetzlich sein kann, so dass wir uns
entschlossen haben haben, es der Gemeinschaft als freie Software -
lizenziert unter der GNU General Public License (GPL) - zur Verfuegung
zu stellen.

Wir freuen uns ueber jegliche Rueckmeldung zum Einsatz von INetSim.
Bitte sende Dein Feedback an <inetsim at inetsim dot org>.

Bitte beachte:
Da dies unser erstes groesseres Software-Projekt ist, welches wir in
Perl geschrieben haben, ist der Code sicherlich verbesserungswuerdig.
In der Zwischenzeit haben wir eine Menge mehr ueber die Benutzung von
Referenzen, Paketen und Objekt-orientierte Programmierung in Perl
gelernt, so dass der Code unseres naechsten Projekts deutlich besser
sein wird. ;-) 


9. COPYRIGHT
------------

Copyright (c) 2007-2019 Thomas Hungenberg & Matthias Eckert

This software is licensed under the GNU General Public License (GPL).
For more information read the file COPYING which should be included
with this distribution.

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