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<title>Farbmanagement in Scribus</title>
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<h2>Farbmanagement in Scribus</h2>
<h3>Überblick</h3>
<p>Das Ziel eines Farbmanagements ist es, die Unterschiede zwischen den Farben auf dem Monitor und dem gedruckten Produkt zu minimieren, und die Farben anzuzeigen, die außerhalb der »Farbskala« z.B. der Druckerei liegen. Das Problem dabei ist, daß man dazu das Farbprofil des Druckers und ein möglichst genaues des Monitors braucht. Das ganze Konzept, die Einstellungsmöglichkeiten und die Beschreibungen können für neue Benutzer wirklich verwirrend sein. Ohne Vorwissen der Terminologie ist es wirklich <strong>sehr</strong> leicht, die falschen Einstellungen zu wählen. Dies führt oft dazu, daß Bilder entweder auf dem Monitor oder nach dem Drucken oder bei beidem schlecht aussehen. Dann sagt ein neuer Anwender »Es reicht!« – und schaltet das Farbmanagement ab.</p>
<p>Um es kurz zu machen: <strong>Tun Sie das nicht!</strong> Wenn Sie erst einmal ein paar grundlegende Begriffe verstanden haben, werden Sie in der Lage sein, gedruckte Dokumente präzise zu erstellen. Speziell für einen späteren Vierfarb-Druck ist dies entscheidend.</p>
<p>Der Weg zu einem verläßlichen Farbmanagement (der Druck sieht so aus wie auf dem Monitor):</p>
<ol>
<li>Lernen Sie ein wenig über die Idee und die Terminologie des Farbmanagements. Es gibt dazu viele gute Bücher und Webseiten (z.B. <a href="http://www.poynton.com">hier</a>).</li>
<li>Richten Sie die Farbprofile vernünftig ein. Das Wichtigste ist, ein korrektes Monitor-Profil zu bekommen. <a href="toolbox14.html">Lprof</a> ist dafür hervorragend geeignet. <i>Ohne ein sauber eingerichtetes Monitor-Profil werden Sie keine korrekte Vorschau auf dem Bildschirm haben und keine zufriedenstellende Druckergebnisse bekommen.</i> </li>
<li>Richten Sie die Farbprofile in den Bildbearbeitungsprogrammen sauber ein. Heutzutage unterstützt nicht nur Closed-Source-Software Farbmanagement, sondern auch alle größeren Open-Source-Programme, wie GIMP, Krita, digiKam, Inkscape oder sK1.</li>
</ol>
<p>Das Farbmanagementsystem in Scribus ist für »sanfte Korrekturen« Ihrer Dokumente eingerichtet. Scribus zeigt auch eine Warnung an, wenn Farben von einer Druckerei nicht genau reproduziert werden können, da die meisten professionellen Drucker im Vergleich zu einem Bildschirm (RGB) eine eingeschränkte Farbskala (CMYK) haben. Scribus wird keine Farbprofile der Bilder einbetten oder ändern. (Manche Bildformate, wie EPS, JPEG, PNG oder TIFF, können ein ICM- oder ICC-Profil beinhalten.)</p>
<table width="100%"><tr><td align="center"><img src="images/rgb-cmyk.png"/></td></tr>
<tr><td><div align="center"><i>Das RGB-Modell (links) hat ein wesentlich größeres Spektrum als das CMYK-Modell (rechts).</td></tr></table>
<p><strong>Was sind Farb- oder Geräte-Profile?</strong></p>
<p><strong>ICC-</strong> oder <strong>ICM-</strong>Profile sind spezielle Dateien, die die Farb-Charakteristik eines Geräts wie eines Scanners, Monitors oder Druckers angeben – grundsätzlich hat jedes Gerät, das Farben erzeugen, anzeigen oder verändern kann, deshalb ein <b>Geräte-Profil</b>.</p>
<p>Dazu kommen noch <strong>Gerät-unabhängige</strong> oder <strong>Arbeitsraum</strong>-Farbprofile. Das sind besondere Dateien, die man sich als »Übersetzer« vorstellen kann, die die Farbwerte von einem Profil in ein anderes konvertieren.</p>
<p>Eine ICC- oder ICM-Datei ist eine Reihe von Tabellen, die die mathematischen Werte enthalten, durch die das Gerät Farbe mißt und darstellt. Glücklicherweise folgen diese Profile einem <a href="http://www.color.orgĀ ">offenen und internationalen Standard</a> und funktionieren unter Mac OS X genauso wie unter OS/2, eCS, Windows, Linux oder UNIX.</p>
<h3>Farbmanagement aktivieren</h3>
<p>Damit das Farbmanagement richtig funktioniert, muß folgendes installiert und aktiviert sein:</p>
<ul>
<li>Die littleCMS Library. Diese ist Standard bei der Installation auf Mac OS X, OS/2, eComStation, Haiku und Windows, bei Linux und UNIX eine Abhängigkeit.</li>
<li>Es braucht mindestens ein RGB- und ein CMYK-Profil. Scribus liefert zwei elementare Profile, so daß das Farbmanagement direkt nach der Installation aktiviert werden kann. In der Praxis braucht es mehr: ein sRGB-Profil für die meisten RGB-Farben und eins für jedes Gerät, eins für den Monitor, das mit einem Profiling-Tool erstellt werden sollte, und verschiedene CMYK-Profile für kommerzielle Druckereien. <br>Einige CMYK-Profile sind »Druckstandards«, da sie standardisierte Druckbedingungen in Europa, Japan und Nordamerika beschreiben.<br> Verläßliche ICC-Profile kann man sich von verschiedenen Webseiten herunterladen. Ein Standard-Satz in der Industrie sind die »Adobe ICC-Profile«, da sie bei den Adobe-Programmen dabei sind. Man kann sie von der <a href="http://www.adobe.com/support/downloads/iccprofiles">Adobe-Webseite</a> herunterladen. Ein qualitativ sehr hochwertiger Profil-Satz kommt von <a href="http://www.basiccolor.de">basICColor GmbH</a>, einem deutschen Unternehmen, das sich auf Farbmanagement spezialisiert hat. Die Profile mit einer CC-Lizenz gibt es <a href="http://www.colormanagement.org">hier</a>.</li>
<li>Eine neuere Entwicklung beim Linux-Desktop ist die Implementierung von Farbmanagement nahezu überall, mindestens aber da, wo es Sinn macht. Das führt dazu, daß nicht nur Bildbearbeitungs-, Vektorgrafik- oder DTP-Programme Farbmanagement nutzen, sondern auch Internetbrowser oder einfache Bildbetrachter. Daher bieten viele moderne Linux-Distributionen etliche hochwertige ICC-Profile zur einfachen Installation an, darunter die oben angesprochenen Adobe ICC- und basICColor-Profile. Je nach Lizenz-Politik einiger Distributionen muß man dazu das »non-free«-Repository freischalten, oder wie auch immer die nicht-(L)GPL/BSD-Pakete der Distribution heißen.</li>
</ul>
<h3>Wo man die Farbprofile speichert</h3>
<ul>
<li><b>Linux/UNIX:</b> <code>/usr/share/color/icc</code> (systemweit) und <code>/home/username/.color/icc</code> (benutzerspezifisch).</li>
<li><b>Mac OS X:</b> <code>/Library/ColorSync/Profiles</code>.</li>
<li><b>Windows:</b>: <code>C:\WINNT\system32\spool\drivers\color</code> (Windows 2000) und <code>C:\Windows\system32\spool\drivers\color</code> (ab Windows XP).<br>
<i>Achtung: Bei 64-Bit-Windows-Systemen finden manche 32-Bit-Programme die Profile nicht im <code>system32</code>-Ordner, da sie unter <code>C:\Windows\SysWOW64</code> suchen. Das ist ein Ordner, der für die Kompatibilität von 32-Bit-Programmen benötigt wird (Das ist kein Schreibfehler: der Ordner mit »32« im Namen ist für 64-Bit-Dateien, der mit »64« ist für 32-Bit-Dateien!). Wenn man ein 32-Bit-Programm auf einer 64-Bit-Version von Windows ausführt und die Farbprofile nicht verfügbar sind, sollte man sie auch nach <code>C:\Windows\SysWOW64\spool\drivers\color</code></i> kopieren.</li>
<li><b>OS/2 and eComStation:</b> <code>X:\scribus-directory\lib\scribus\profiles</code>. <br>
<i>Bei OS/2 und eComStation gibt es kein systemweites Farbmanagement und so muß jedes Programm, das Farbmanagement nutzt, wie z.B. Scribus oder GIMP, die Profile in seinem eigenem Verzeichnis anlegen. Es ist allerdings auch möglich, ein Verzeichnis mit allen Profilen anzulegen (z.B. </i><code>X:\ICC</code>)<i>, und dieses als zusätzliche Quelle für Profile anzugeben. Bei Scribus kann man den Pfad unter <a href="settings1.html#1">Allgemeine Einstellungen</a> – »Allgemein« eintragen.</i></li>
<li><b>Haiku:</b> <code>/boot/apps/Scribus/share/scribus/profiles</code>.</li>
</ul>
<br />
</body>
</html>
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